Wie finde ich den richtige Therapeuten?
Die Therapeutenwahl: Wer schon mal einen Therapeuten gesucht hat,
weiß, was das bedeutet...
Eines vorweg: Natürlich sollte man sich einen Therapeuten
suchen, der Ahnung vom Fach hat und wenn es geht auch noch schon
einiges an Erfahrung (womit ich jetzt nicht sagen will, daß
frisch studierte unbedingt schlecht sein müssen!). Und schließlich:
Sie müssen ihm vertrauen und sich bei ihm gut aufgehoben fühlen.
Hört sich leicht an in der Theorie, im echten Leben siehts
da aber ganz anders aus:
Psychotherapeuten sind im allgemeinen schwer überlaufen, Wartezeiten
bis zu einem Jahr nicht selten! Und wenn man dann wirklich einen
Termin hat, stellt sich immer noch die Frage, ob man zusammenpasst.
Wenn nicht, geht die Suche von vorne los...
Deswegen als Rat:
- Bei mehreren Therapeuten gleichzeitig Termine machen, absagen
kann man notfalls immer noch!
- Wartezeit bis zum Vorstellungstermin nicht verplempern, lesen
Sie sich schlau und versuchen Sie auf
eigene Faust, Ihr leiden im Griff zu halten!
- Ideal wäre natürlich eine Empfehlung eines Bekannten,
der einen guten Therapeuten kennt
- Wenn der Anlauf schwierig ist, fragen Sie ruhig Ihren Hausarzt,
der kann normalerweise erste Kontakte vermitteln
Vielleicht so als kleine Story eines Bekannten, der "Therapeutensucherfahrung"
hat:
Der Bekannte suchte also einen Therapeuten, weil er merkte, daß
es immer weiter bergab ging.
Also ist er erstmal hin zu seinem Hausarzt, der verschiedene Therapeuten
vorschlug. Diese Therapeuten klapperte der Bekannte dann auch ab,
und bekam tatsächlich einen Termin bei einem ziemlich neuen
Therapeuten in der Stadt.
Zu dem Termin erschien der Bekannte dann 10 Minuten zu früh,
worauf er vom Therapeuten erstmal nochmal um den Häuserblock
geschickt wurde. Der Therapeut hatte nämlich kein Wartezimmer...
Das führte schließlich dazu, das der Bekannte 3 Minuten
zu spät wiederkam. Also gabs ne Belehrung, daß das aber
von der Behandlungszeit abging. Wie gesagt, es war der erste Termin...
Die Therapiestunde sah dann so aus, wie man es für eine erste
Therapiestunde gewöhnt ist: Erst wird die Überweisung
eingesammelt, dann fängt man mit den Personalien an... Alter,
Herkunft, bisherige Krankheiten, usw...
Als dann knapp eine halbe Stunde vorbei war gings dann zur Sache:
Welche Probleme liegen vor.
Der Bekannte hat dann also seine Krankheitsgeschichte erzählt,
und welche Schwierigkeiten sie ihm bereiten. Lang und ausführlich,
weil er wollte ja, daß ihm geholfen wird. Dies dauerte so
ca. 25 Minuten. Es waren also noch genau 2 Minuten übrig. Und
in genau diesem 2 Minuten brachte der Therapeut dem Bekannten bei,
daß er dringend Hilfe brauche, aber nicht bei ihm, denn er
sei bereits für ein Jahr ausgebucht. Verabschiedung. Nächster
Patient (der schon im Hausflur wartete)...
Wenn man gemein wäre, könnte man jetzt sagen, der Therapeut
wollte nur das Honorar für die Überweisung und eine Stunde
abkassieren, aber wer ist schon gemein? Wahrscheinlich wollte der
Therapeut nur schnelle Hilfe leisten, um schlimmeres zu vermeiden!
Aber keine Angst, sowas ist zum Glück eine Ausnahme. Es gibt
viele gute Therapeuten, man muß halt etwas suchen und Glück
haben!
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